Interstellar – „Die Liebe ist eine Art 5. Dimension.“

Interstellar steht für interstellare Liebe zwischen Vater und Tochter, Mann und Frau,

Idee und Mensch.

In Interstellar rettet ein Familienvater die Menschheit aus Liebe zu seinen Kindern. Die Unterscheidung von Mikro- und Makrokosmos, also Familie und Spezies, wird dadurch aufgehoben. Wenn ich einen Menschen rette, rette ich die gesamte Menschheit. In Interstellar wird diese kryptische Weisheit plastiziert.

Der Protagonist Cooper und Dr. Mann verhalten sich wie Held und Antiheld zueinander. Beide bewegen sich auf verschiedenen Planeten und in unterschiedlichen Zeitebenen, doch Cooper bleibt seiner Idee treu, seine Tochter und seinen Sohn zu retten. Der Antiheld Dr. Mann handelt nur aus Liebe zu sich selbst. Bezeichnenderweise wird er von amerikansichen Prototyphollywoodgesicht Matt Damon gespielt. Zweifellos ein toller Schauspieler. Aber er symbolisiert an dieser Stelle hervorragend die Scheinwelt von Hollywood. Dr Mann will wissenschaftlichen Erfolg und der Retter der Menschheit werden. Doch Dr. Mann wird verrückt und Cooper wird der Held.

Das bedeutet: Das Streben nach Heldentum verdirbt.

Die Reinheit unserer Motive macht uns unsterblich, nicht unser Streben nach Unsterblichkeit, Ruhm oder Reichtum.

Bekräftigt wird Coopers Heldenpotential durch seinen Familiennamen. Cooper ist Ingenieur von Beruf. Sein Name bedeutet Fassbinder – er stammt also aus der Familie der Fassbauer. Seine Figur ist also Symbol für die leidenschaftliche Hingabe an eine Idee; der redlichen Arbeit in einer Nische.

Die mühsame Praxis in den vielfältigen Nischen sorgt für das Bestehen der Menschheit; nicht die großen Würfe. (Eine Enttäuscung für Marxisten?)

Es leben die Fassbauer!

Der Mensch ist im Weltraum auf sich alleine gestellt. Es gibt keine „Außerirdische“ – genauso wie es Matt Damon in unseren Köpfen nicht als echten Menschen, sondern nur als Hollywood-Illusion gibt. Schwarze Löcher und Gravitationen werden im Film also nicht von Außerirdischen, sondern von uns Menschen in der Zukunft für uns Menschen in der Gegenwart gebaut. Wir bauen sie in der Zukunft, um in der Gegenwart davon zu profitieren.

Das bedeutet: Zukunft beeinflusst Gegenwart.

Die Idee der Wirkung der Zukunft auf die Gegenwart befeuert den Glauben an eine Vision bzw. Idee, denn die Idee vermag Ereignisse in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu umklammern. Wir umklammern Ereignisse, wenn wir sie entlang einer Idee zu einer Geschichte verbinden (story telling), wenn wir die Zukunft unserer Kinder lieben (Filmzitat: Die Liebe ist eine Art 5. Dimension“) oder wenn wir entlang einer Vision bekräftigende Indizien erkennen. Die Zukunft wirkt auf das Jetzt.

Unsere Vision von der Zukunft schafft unsere Gegenwart.