ROCKY

Ich schreibe über Rocky, weil ich gerade einen Motivationsschub brauche. Ich habe die Filme als Kind gesehen und war fasziniert. Der einsame Kämpfer, der seinen Weg trotz größter Widerstände zu Ende geht. Ich bin damit aufgewachsen und jetzt will ich der Sache auf den Grund gehen. Wie funktioniert Rocky? Warum ist er so bewegend? Wie kann ich meine diffuse Faszination in Worten und Symbolen ausdrücken?

Folge meinen Gedankengängen und es wird dich bereichern. Hier findest du motivierende Ideen, die du sehr konkret auf dich anwenden kannst. Das ist nicht das Blabla von irgendwelchen Motivationsgurus, die nichts mit dir und deinem Leben zu tun haben. Nutze den Text für deine eigene Version von Rocky. 

Einführung

Die Frage nach der Faszination für Rocky ist die Frage nach der Faszination für den amerikanischen Traum. George Washington, dessen Statue im Hintergrund des Titelbildes zu sehen ist, weist darauf hin. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, dessen Idee längst die verwinkelsten Ecken dieser Erde erreicht hat. Doch wie funktioniert der amerikanische Traum? Im ersten Rockyfilm kommen drei Dinge zusammen, die durch ihre Ballung eine fulminante Antwort auf die Frage geben: Denn erstens wird der erfolglose Schauspieler und Drehbuchautor Sylvester Stallone über Nacht zum Star. Zweitens wird der Film der Überraschungserfolg des Jahres 1976. Drittens betritt der Amateurboxer Rocky plötzlich die Weltbühne.

Dreimal amerikanischer Traum; es ist eine dreifache Verschmelzung von Film, Schauspieler und Rolle. Der amerikanische Traum verlangt offenbar, dass du darstellen musst, was du bist; das was du sagst, musst du sein. Eine Verknüpfung von Inhalt (Rocky-Story), Form (Stallone-Verkörperung) und Kontext (Nerv der Zeit um 1976), die sämtliche Ambivalenzen und Zweifel abschüttelt, wie ein Komet der auf die Erde stürzt. Der Schauspieler Stallone ist hungrig wie ein Boxer vor seinem ersten Weltmeisterschaftskampf und er wittert seine Chance.

Es ist schon viel über Rocky gesagt worden. Um zu vermeiden, dass ich nur noch mehr vom selben schreibe, halte ich mich nah am Film. Ich beschreibe wenige Sekunden des Films an den prägnanten Stellen Anfang, Mitte, Ende. Ich deute Symbole und füge die Deutungen zu einem sinnvollen Ganzen zusammen.

Anfang

Die Leinwand ist schwarz. Ein Moment der Stille. Trompeten ertönen. Die geblasene Fanfare erinnert an den Einzug eines Königs bei Hofe. Doch statt eines Königs schreiten von rechts nach links große, weiße Buchstaben durchs Bild: R O C K Y. Der Name Rocky ist niemals vollständig im Bild zu erfassen. Er ist nur innerhalb laufender, bewegter Zeit in seiner Vollständigkeit darstellbar, was andeutet, dass er mehr ist als nur ein Name oder eine Person: Rocky ist eine Idee. Eine Idee, die in Bewegung sein muss, um real zu werden. Eine Idee, die man erfahren, erleben und denken kann. Aber man kann sie nicht in die Tasche stecken und mit nach Hause nehmen. Wer sie verstehen will, muss ihr Leben einhauchen.

Bildschirmfoto vom 2015-08-29 20:22:04

Die Leinwand bleibt schwarz und es erscheint in weißer Schrift „25. November, 1975, Philadelphia“. Das erste Filmbild in Farbe: Jesus. Dann erlischen Datum und Ort.

Wow: Eine königliche Fanfare; weiße Buchstaben auf schwarzem Untergrund, die sich nicht einfangen lassen; ein konkretes Datum, ein Stadtname und dann die Überblendung zu Jesus. Ein Zusammenspiel von starken Symbolen, die in ihrer Orchestrierung ihre Stärke vervielfachen:

Ein Blick auf die Geschichte der USA zeigt, dass das Datum an das bevorstehende 200-jährige Jubiläumsjahr der amerikanischen Unabhängigkeit erinnert. Zu dessen Ehren wird der spätere Weltmeisterschaftskampf am Neujahrstag 1976 stattfinden. In Philadelphia wurde 1776 die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Die Unterzeichnung war der letzte Schritt der Emanzipation der amerikanischen Siedler von der britischen Monarchie, die sich bereits seit Jahrzehnten angekündigt hatte. John Locke hatte das Naturrecht des Menschen von Leben, Freiheit und Eigentum neu beschrieben. Eine Geisteshaltung, die für ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Siedlern sorgt und der monarchischen Gesellschaftsorganisation radikal widerspricht: Jeder Mensch ist vor dem Schöpfer gleich. Jeder Mensch hat die gleichen Chancen. Die „Königsfanfare“ kündigt folglich Rocky an, der Symbol für jeden Menschen ist: Rocky ist (k)ein König! Jeder Mensch ist (k)ein König!

Die Aufbruchsstimmung unter den Siedlern zum Zeitpunkt der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung lässt sich erahnen. Doch 200 Jahre später wusste man, dass nicht jeder Mensch gleich ist. Die politischen und sozialen Unruhen, die u.a. durch Vietnamkrieg und Watergate-Affäre ausgelöst wurden, erzählen davon genauso wie der Film „Easy Rider – Ein Mann suchte Amerika, doch er konnte es nirgends mehr finden“. Bis heute steht der amerikanische Traum zu Recht in der Kritik.

Doch jetzt kommt Rocky und zeigt Dir, dass der amerikanische Traum zum Leben erweckt werden kann. Das Bild von Jesus ist als erstes Filmbild in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Jesus ist das Symbol des Glaubens, welches von der Symbolik Philadelphias untermauert wird: Philadelphia wurde nach einer von sieben biblischen Gemeinden benannt, die als einzige in Zeiten der Verfolgung Jesus uneingeschränkt treu bleibt. Sie steht zu Jesus, wie Rocky zum amerikanischen Traum stehen wird.

Glaube fängt da an, wo Beweisbarkeit aufhört. Beweisbar ist Glaube, wenn alle anderen das Vertrauen verloren haben. Wenn niemand an das Land der unbegrenzten Möglichkeiten glaubt, dann ist es Deine Zeit dem Traum Leben einzuhauchen. Wenn man ihn in die Tasche stecken könnte und mitnehmen könnte; wenn es ein Ding wäre, dass man besitzen kann, dann wäre es einfach. Doch die Ideen um den Traum müssen in Bewegung sein, um wahr zu werden.

Mitte

Es gibt viele inspirierende „Symbole des Glaubens“. Unten habe ich ein paar gesammelt. Doch nun springe ich in die Mitte des Films, denn hier kommt es zum Wendepunkt: Während Rocky in der ersten Hälfte des Films ein deprimierender Loser ist, beginnt er jetzt zu trainieren. Erstmals seit dem Vorspann ertönen leise die Trompeten der „Königsfanfare“ und kündigen die Wiedergeburt des amerikanischen Traums an. In einer kalten Dezembernacht beginnt Rocky um 4 Uhr morgens sein Training in den einsamen Straßen Philadelphias. Er hat mit Hilfe seines schillernden Kampfnamens „The Italian Stallion“ seinem Glück auf die Sprünge geholfen, da dieser Name das Interesse des Champions weckte. Nun greift er seine Chance bei den Hörnern und in beeindruckenden Bildern wird die Phase der harten Arbeit auf dem Weg zum Titelkampf gezeigt.

Glaube, harte Arbeit und etwas Glück – die Fundamente des Erfolgs. Bisher ist das zwar imposant symbolisiert, aber wenig überraschend. Doch ihre rührende Tiefe gewinnen die Filme durch die Darstellung der anderen Seite des Glaubens: Zweifel. Die Rockyfilme sind in Wahrheit mindestens genauso Filme des Zweifelns wie des Glaubens. Nichts steht dafür besser als der Hundeblick Sylvester Stallones.

Bildschirmfoto vom 2015-08-29 20:38:01

Die Szene vom Boxtrainer Mickey, der Rocky für eine Zusammenarbeit gewinnen will, ist eine charakteristische Szene des Zweifelns. Sie ist durch ihre zentrale Lage in der Mitte des Films in ihrer Bedeutung nicht zu unterschätzen. Erst nach dieser Szene kann der Boxer mit dem Training beginnen, da die letzten Vorbehalte aus dem Weg geräumt worden sind. Video der Szene

Der alte Boxtrainer Mickey besucht Rocky in dessen Wohnung. Er preist seine Erfahrung an und wirbt mit seinen Kenntnissen: „50 Jahre bin ich dem Geschäft.“ und „Ich habe mehr Tricks vergessen, als andere kennen.“ (…) Doch Rocky lehnt ab: „Geben Sie es auf. Ich hätte ihre Hilfe vor 10 Jahren gebraucht.“

In dieser Szene redet Mickey die meiste Zeit. Rocky verhält sich wortkarg und stur. Erst als Mickey die Wohnung wieder verlassen hat und bereits auf den Treppenabsätzen steht, fängt Rocky an, seine Zweifel in die Nacht zu stammeln: „Hat lang genug gedauert. Nach zehn Jahren ist er zu mir gekommen. Was hat er denn gegen meine Wohnung. (…)“ Dann brüllt er, sodass Mickey auf der Treppe stehen bleibt und aufhorcht: „Ich hab sie nicht um ihren Besuch gebeten. Sie wollten was von mir!“ Wieder leise zu sich selbst: „Er hat seine Chance gehabt.“ Und dann mit voller Kraft brüllend: „Jetzt geht es nur noch um mich!“ (…) „Ich werde kämpfen. Kämpfen wie um mein Leben!“ (…)

Rocky redet sich in Rage. Es fällt ihm leichter, als der Trainer schon zur Tür raus ist. Er hat Respekt vor dem alten Mann.

Aber er ist beleidigt. Der Stachel sitzt tief. Er brüllt alles heraus, was ihn stört. Manches klingt richtig, manches irrational. Der Trainer hat zum Beispiel nichts gegen seine Wohnung gesagt. Doch um Rationalität geht es nicht. Es ist eher eine Reinigung. Rocky muss sich von unnötigem Ballast befreien. Er braucht sämtliche Energie für jede Liegestütze und jeden Situp der kommenden Tage und Wochen. Zweifel, Skepsis und Vorbehalte müssen raus aus dem System.

Als Mickey bereits auf der Treppe steht, dreht er sich wegen des Geschreis zur Wohnung um. Er horcht dem Gebrüll seines zukünftigen Schützlings und seine Augen strahlen Stolz und Hochachtung aus, als ob er staunend sagen wolle: „Der Kerl hat Power!“

Rocky macht seinem Kampfnamen „italienischer Hengst“ alle Ehre. Er benimmt sich wie ein störrisches, widerspenstiges Pferd, das an einen Pfahl gebunden wild darum kreist und das Seil stetig kürzt, um schließlich seinen Standpunkt zu finden.

Als der alte Mann schon längst das Treppenhaus verlassen hat und die Straße in kleinen Schritten hinunter gegangen ist, läuft Rocky ihm hinterher. Er holt ihn ein und aus der Entfernung sehen wir, wie sich beide die Hände schütteln. Ein Zug rattert im Hintergrund durch die Vorstadtnacht. Der Traum kommt ins Rollen. Das Klavier spielt sanft die Rockymelodie.

Egal ob es sich um Zweifel in Hinblick auf eine soziale Beziehung, die eigene Stärke oder einen Traum handelt, Zweifeln muss offensichtlich Zeit und Raum gegeben werden. Die bösen Geister müssen vertrieben werden. Menschen sind keine Maschinen, sie funktionieren in Rhythmen. Nur so kann die paradoxe Parole „Zweifle um zu glauben“ verstanden werden. Die Dinge müssen in Bewegung sein. Mickey ist eigentlich Rockys einzige Chance und er weiß das. In der Kategorie Vernunft betrachtet, ist das keine Frage. Menschen mit Träumen brauchen ihr Herz, das ihnen sagt, wo es lang geht. Sie hören auf ihr Herz, damit es später auf sie hört.

Die Rockyfilme ritualisieren diesen Kampf mit Zweifel und Glaube. Die Menschen tragen ihren Unglauben eine Weile in sich, dann brüllen sie sich an und jagen ihre Ängste durch die Arena. Die Glaubenskämpfe wirken stets wie ein verstärkendes Hinauszögern des Höhepunkts. Denn wenn alle quälenden Fragen durchlitten sind, dann ist der spätere Sieg um so bewegender.

Ende

Allerdings endet dieser erste Rockyfilm nicht mit einem Sieg. Rocky verliert den Kampf gegen den Champion nach Punkten. Dies ist eine geniale Pointe, die den emotionalen Tiefgang des Films intensiviert. Ein Happy-End wäre zu flach.

Doch „emotionaler Tiefgang“ ist mir als Erklärung zu wenig. Auf der Suche nach einer umfassenderen Begründung, erinnere ich mich an das Kreisschema klassicher Filmtheorie. Der Kreis schließt sich, wenn das Ende auf den Anfang stößt. Die Antwort ist also im Anfang des Films zu finden:

Das Rocky stehen bleibt und als erster Gegner des Champion die volle Rundenzahl übersteht, ist symbolisch zu betrachten: Er steht zu sich, wie Philadelphia zu Jesus stand. Und als Symbol des amerikanischen Traums, steht Rocky nicht nur zu sich, sondern zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Er hält stand. Er beweist, dass jeder Mensch seine Chance nutzen kann. Auch unter heftigstem Gegendruck und verlorenem Glauben seiner Vertrauten (seine Ecke will zum Zeichen der Aufgabe das Handtuch schmeißen), knickt er nicht ein. Im richtigen Augenblick hat er seinen Glauben gebündelt und der Traum lebt durch ihn. Es ist egal, ob er gewinnt oder verliert, solange er zu seinen Idealen steht.

Am Vorabend des Kampf sagt er zu Adriane: „Es spielt keine Rolle, ob ich den Kampf gewinne oder ob ich ihn verliere, (…) nur eins möchte ich: Über die Runden kommen. Noch keiner ist bei Creed über die Runden gekommen. Wenn ich die ganze Distanz durchhalte, wenn ich beim Läuten vom Schlussgong immer noch stehe, dann werde ich zum ersten Mal in meinem Leben wissen, dass ich nicht nur irgendein Penner, ein Niemand bin.“

Nachtrag

Wie funktioniert also Rocky? Warum ist er so bewegend? Sicherlich vor allem, weil er so authentisch ist. Man hat das Gefühl, dass Stallone nicht nur eine Rolle spielt. Er ist Rocky. Und aufgrund seines Durchbruchs im Anschluss an den ersten Teil von Rocky, stimmt das auch. Es zeigt mir, wie wichtig es ist, sich nicht zu verbiegen, sondern die eigene Persönlichkeit entsprechend der eigenen Einstellung und Haltung in Szene zu setzen. Wenn es zum Beispiel darum geht, sich irgendwo zu bewerben, ist das ein guter Rat.

Mir hat diese Rockybeschreibung ein paar mehr Worte und Symbole gegeben, um mich selbst neu zu beschreiben. Bevor ich darauf genauer eingehe, ein paar Zeilen an dich: Vielleicht deutest du nicht alles genauso wie ich es deute. Sehr gerne diskutiere ich darüber. Wie du vermuten kannst, sehr gerne! Aber darum geht es in erster Linie nicht. Ich hoffe mit dem Text auch dir ein paar mehr Worte und Symbole zu liefern, mit denen du dich selbst oder das Verhältnis zu deinen Träumen neu beschreiben kannst. Die verwandten Begriffe und Bilder können wie Spielmarken genutzt werden, um sie für deine Motivation zu nutzen.

In den Rockyfilmen fällt häufig der Satz: „er hat ein gutes Herz“. Ich habe mich immer gefragt, was das bedeuten soll? Jetzt weiß ich es. Es heißt nah an den eigenen Gefühlen, Wahrnehmungen und Wertungen zu sein und entsprechend zu handeln. Das ist nicht immer vernünftig, aber das ist echt. Wenn etwas für mich selbst nicht stimmig ist, dann stelle ich mir Rocky vor, wie er sich auflehnt. Wie er seine Zweifel in die Nacht von Philadelphia brüllt. Und wenn mir dann jemand sagt, ich habe Unrecht, dann weiß ich, dass es nicht darum geht. Es geht um mein Gefühl im Bauch, das seinen Raum und seine Zeit braucht. Menschen sind keine Maschinen. Wir handeln nicht immer rational. Wir brauchen unsere Zeit.

Glaube braucht Zweifel. Das ist mir klar geworden. Niemand rennt 24/7 100% überzeugt von sich, einer Idee oder einem Traum rum. Auch Rocky tut das nicht. Das Leben ist in ständiger Bewegung und je mehr ich das akzeptiere, um so näher bin ich an mir selbst dran, um meine Zweifel zu spüren. Zweifel dürfen und müssen herauskommen, damit sie mir nicht unverhofft im Wege stehen. Wenn ich Zweifel spüre und sie wegdrücken will, weil sie ungelegen sind, dann denke ich an das kraftvolle Hadern des „Italian Stallion“.

Wenn ich mir Ziele setze und daran erfolglos arbeite, dann frage ich mich ab sofort, ob es in mir Zweifel gibt, die mich am Erreichen des Ziels hindern. Vielleicht waren sie mir lange nicht bewusst und ich muss sie aufspüren. Manchmal hilft die paradoxe Frage: „Was verliere ich, wenn ich dieses Ziel erreiche?“. Aber das wäre weniger der Rocky-Weg. Der Weg mit Herz ist es, sich in Rage zu reden, bis die innersten Zweifel von alleine heraus geprotzt kommt.

Glaube lässt sich am Besten beweisen, wenn alle um mich herum den Glauben verloren haben. Mir ist nochmal klar geworden, wie sehr die Amerikaner mit dem Christentum verwoben sind. Ich selbst bin es nicht so sehr, doch die Stärke des Glaubens dieser biblischen Gemeinde Philadelphia, die zu Jesus steht, obwohl keiner mehr glaubt, ist für mich trotzdem ein beeindruckendes Bild. Ich kann ja selbst entscheiden mit welchem Inhalt ich es fülle.

Mensch im Rockysinne zu sein, bedeutet zu seinen Ideen zu stehen. Zu meinen Ideen zu stehen, bedeutet zu mir selbst zu stehen. Das woran ich glaube, macht mich aus. Und ich stehe dazu, auch wenn der Druck prasselnder Fäuste eines Boxweltmeister gleichen sollte. Ich glaube daran, dass mit Hilfe von Kunst der Horizont von handlungsleitenden Ideen erweitert werden kann. Rocky funktioniert!

Outtakes

Bildschirmfoto vom 2015-08-29 18:09:59

Fotos von links nach rechts – zum Thema Glaube:

Im Hintergrund gibt es einen Hinweis auf 7up. Eine Limo, die in den 70ern damit warb „The Uncola“ zu sein. The Uncola ist ein Symbol für Rocky, der die Cola, also den Champion auf dem Markt, herausfordert. 7up Werbung aus den 70ern.

Rocky schaut am Anfang des Films voller Sehnsucht sein Kindheitsfoto an. Es steht für die Träume, die er als Junge hatte. Er will an ihnen trotz aller Probleme festhalten.

In seiner Wohnung hängt ein Poster von Rocky Marciano. Ein ehemaliger Schwergewichtsweltmeister, der besonders wegen seiner Nehmerqualitäten verehrt wurde. Solche Qualitäten sind im Leben, das realistisch betrachtet mehr Enttäuschungen als Erfolge zu bieten hat, sehr nützlich.

Zum Thema Zweifel:

Der erste Zweifel des Films wird gezeigt, als ihn der Boxmanager von Apollo fragt, ob er gegen den Champion Apollo Creed antreten will. „Ich mache Ihnen folgenden Vorschlag: Wollen Sie gegen Apollo Creed um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht kämpfen?“ – „Nein.“.

Dieses „Nein“ ist gemessen an rationalen Kriterien eine absolute Dummheit, die jeden deutschen Finanzminister zur Weißglut treiben würde.

Bildschirmfoto vom 2015-08-30 11:18:18

Wie kann Rocky so blöd sein und diesen Kampf und das Angebot des schnellen Geldes ausschlagen? Er muss doch wissen, dass seine Gage einem Lottogewinn gleichkommt. Eigentlich müssten in seinen Augen die Dollarzeichen glänzen. Doch Rocky lehnt ab. Erst als der Manager ihn fragt, ob er glaube, dass „Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist, stimmt Rocky zu und der Manager gewinnt ihn für den Kampf. Rocky hat nicht den Kopf eines Kaufmanns, aber das Herz eines amerikanischen Boxers.

Rocky III beinhaltet eine weitere beeindruckende Szene des Zweifelns. Erst danach ist Rocky befreit und kann beim Training voll durchstarten. Rocky schreit Adriane an:

Bildschirmfoto vom 2015-08-30 18:46:41

„Nichts ist okay im Leben, wenn du nicht selbst an dich glauben kannst. Und ich glaube nicht mehr an mich, kapierst du das nicht. Wenn ein Mann nicht an sich selbst glaubt, ist es aus, vorbei, er ist am Ende.“ Video der Szene

Zum Thema Mensch sein:

In Rocky IV kämpft Rocky gegen den durch technische Hilfsmittel perfektionierten russischen Boxer Ivan Drago. Rocky hält mit Herzblut dagegen und trainiert in der russischen Eisöde, was die symbolische Polarität zwischen Technik und menschlicher Lebendigkeit unterstreicht.

Bildschirmfoto vom 2015-08-30 18:44:44